Fremdsprachendidaktik

Fremdsprachen werden falsch unterrichtet – und kaum einer guckt hin

  • Die Muttersprache, größter Aktivposten der Schüler, wird nicht richtig genutzt

Der Fremdsprachenunterricht braucht eine neue Methodik. Der größte Aktivposten des Fremdsprachenschülers, seine Muttersprache, gehört zurück in den Unterricht. Damit sind nicht nur Fragen der Bedeutungsvermittlung angesprochen. Vielmehr wirkt die Muttersprache auch in die zentralen Bereiche der Kommunikation, der Grammatik und der Lektürebehandlung hinein. Der Verzicht auf den Lernhebel Muttersprache: ein weltweiter Irrtum, ein Skandal! Er schadet nachweislich besonders den Lernschwachen, verschärft vorhandene Intelligenzunterschiede  und verstärkt die Ungleichheit. Die bilinguale Wende ist angesagt: der Durchbruch zur Neubewertung der Muttersprache –zu  ihrem kalkulierten, dosierten Einsatz an den richtigen Stellen.

 

Manche glauben, es gehe nur um einen vernünftigen Kompromiss, und viele Praktiker glauben ihn für sich gefunden zu haben: ein bisschen Muttersprache hier, ein bisschen Muttersprache dort. Sich durchwursteln genügt nicht. Denn:  Mit einem Irrtum schließt man keinen Kompromiss. Man bereinigt ihn. Und mit gehirngerechten bilingualen Techniken fällt einem die Fremdsprache (fast) in den Schoß.

 

 

Siehe Seite “Programmatisches. Brennpunkte der Diskusssion":

http://www.fremdsprachendidaktik.rwth-aachen.de/Ww/program.html

bzw. Bilinguale Lehrtechniken:

http://www.fremdsprachendidaktik.rwth-aachen.de/Ww/praktisches.html

 

 

  • Die produktive Potenz der Sprache wird nicht ausgereizt: Wie macht man das, wie übt man richtig?

Die Quintessenz der Sprache ist ihre Zerlegbarkeit und fortwährende Neukombinierbarkeit, ihr Vermögen, „von endlichen Mitteln unendlichen Gebrauch“  (Humboldt) zu machen. Dies Vermögen ist im „generativen Prinzip“ angesprochen, das zu einem Eckpfeiler der Methodik werden muss.

 

Eine Wortverbindung, ein Satz, wird zum Muster für viele weitere Sätze. Kinder, diese genialen Wieder-Erfinder der Grammatik, entdecken von selbst die Mechanismen, mit denen sie neue Sätze bilden und neue Situationen meistern können. Um bei der Grammatik der Erwachsenen zu landen, bedarf es der nachträglichen Bestätigung oder Korrektur durch die Erfahrung. Das Neue muß  probiert werden; der Analogieschluß muß sich noch bewähren. Kinder arbeiten also keineswegs nur mit einem wachsenden Repertoire fertiger Phrasen, so wie das Touristen mit einem Sprachführer tun, der für Standardsituationen Standardsätze auflistet. Das Kind schafft sich Sprache, anstatt bloß dem Gedächtnis zu vertrauen, und bildet sie “nach dunkel empfundenen Analogien” fort, und „nach eben diesen baut man sich auch, immer zugleich selbsttätig, nie bloß empfangend, in eine fremde erlernte Sprache hinein“(Humboldt).

 

Im Unterricht muss dieser Multiplikationseffekt methodisch herbei geführt werden, und zwar durch Strukturübungen! 

 

Mehr dazu in: Lust zum Lehren, Lust zum Lernen. Eine neue Methodik für den Fremdsprachenunterricht. Mit diesem Buch erfolgreich unterrichten!

 

http://www.fremdsprachendidaktik.rwth-aachen.de/Ww/lzllzl.html